Ökobilanzstudie zeigt Umweltschutzpotenzial von SunFuel.Bereits seit langem ist das enorme Energiepotenzial von Biomasse bekannt. Durch ihren Einsatz in Kraftstoffen oder zur Erzeugung von Strom und Wärme können jährlich riesige Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid eingespart und die Bildung von Sommersmog in Ballungsgebieten reduziert werden. Eine von Volkswagen und DaimlerChrysler in Auftrag gegebene Studie zur Ökobilanzierung (LCA) belegt die umweltentlastende Wirkung des synthetischen Kraftstoffes SunFuel. In dieser Studie wird nur die Diesel-Fraktion betrachtet, die als SunDiesel bezeichnet wird. Sauberer KraftstoffDie sächsische Firma Choren Industries hat das CarboV-Verfahren entwickelt, mit dem aus organischen Substanzen - zurzeit Holz - ein hochenergetisches Gas erzeugt wird. Es bildet die Grundlage für einen annähernd rückstandsfreien biogenen Dieselkraftstoff – eben SunDiesel. Das Gas wird durch eine Fischer-Tropsch-Synthese zu einem flüssigen Kraftstoff umgewandelt, der so an jeder Tankstelle bereitgestellt werden kann. SunDiesel ist nicht nur fast vollständig frei von klimabelastenden Substanzen bis hin zum Methan, sondern auch frei von Aromaten- und Schwefel-Verbindungen. Eine Pilotanlage haben die Sachsen bereits in Betrieb genommen, eine 43 MW-Anlage befindet sich derzeit im Bau. Mit bundesweit fünf großen Anlagen mit jeweils 500 MW könnten mit diesem Verfahren 15 Prozent des bundesdeutschen Pkw-Dieselbedarfs gedeckt werden. Lebenszyklus-Ansatz
Die Studie verfolgt einen Lebenszyklus-Ansatz, d.h. es werden sämtliche Prozesse, die die Biomasse bis zum fertigen Kraftstoff „durchlebt“, mit in die Untersuchung einbezogen. Dies bezieht sowohl die chemischen Umwandlungsprozesse als auch den Transport des Holzes vom Wald in die Anlage und der Endprodukte von dort zu einer Tankstelle mit ein. Bei dem Transport wird schließlich auch Energie verbraucht und Kohlendioxid freigesetzt.
Drei Szenarien liegen der Studie zugrunde. Beim Basis-Autark-Szenario werden aus der Biomasse neben dem Gas für den Kraftstoff auch der für den Prozess benötigte Strom und Wasserstoff sowie die technischen Gase Sauerstoff und Stickstoff erzeugt. Die Anlage benötigt also weder externe Energie noch Betriebsstoffe.
Das Teil-Autark-Szenario unterscheidet sich vom Basis-Autark-Szenario insofern, als dass nur Wasserstoff intern erzeugt wird. Sauerstoff und Stickstoff werden aus konventioneller Erzeugung extern bezogen, ebenso wie der benötigte Strom. Dieses Szenario ließe sich ebenfalls sofort umsetzen.
Erst später realisierbar – aber bei weitem die interessanteste Lösung – ist das Zukunfts-Szenario. Hier werden die Energie und die benötigten Gase auf Basis regenerativer Energie extern zugeführt, so dass die Biomasse voll und ganz für die Erzeugung des hochenergetischen Synthese-Gases für die Kraftstoffherstellung genutzt werden kann. So ließe sich die Ausbeute an SunDiesel pro Kilogramm eingesetztem Holz mehr als verdoppeln.
Hohe Einsparpotenziale
Die Ergebnisse der Studie zeigen unter anderem, dass sich besonders beim Basis-Autark-Szenario und beim Zukunfts-Szenario deutliche Einsparpotenziale z.B. beim Treibhauseffekt bieten. Wenn die Entfernung vom Wald zur Produktionsanlage und von dort zur Tankstelle jeweils bis zu 50 Kilometern beträgt, dann nimmt das Treibhauspotenzial im Vergleich zu Herstellung und Verbrauch von konventionellem Diesel um bis zu 91 Prozent ab. Selbst wenn diese Entfernungen jeweils bis zu 200 Kilometer betragen, sinkt das Treibhauspotenzial beim Zukunfts-Szenario noch um bis zu 89 Prozent.
Doch auch zur Reduzierung des so genannten Sommersmogs kann SunDiesel einen großen Beitrag leisten. Das liegt an den vermiedenen Kohlenwasserstoff-Emissionen, die bei der Förderung und Raffination von Rohöl zu konventionellem Diesel anfallen. Ebenso wird der Ausstoß von Kohlenwasserstoffen bei der Anwendung von SunDiesel im Pkw-Verbrennungsmotor deutlich verringert. Dazu bedarf es nicht einmal einer Weiterentwicklung des Selbstzünders, denn neuere Modelle könnten bereits heute problemlos mit SunDiesel fahren.
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