Baustellen sind Staustellen Verkehrsstaus sind in Deutschland alltäglich. Hauptursache sind neben den Unfällen die Baustellen. Die werden in Zukunft leider eher mehr als weniger. Ein Grund ist das
steigende Verkehrsaufkommen. Dabei werden die Straßen besonders vom überproportional wachsenden Schwerlastverkehr verschlissen. Das hohe Alter der Straßeninfrastruktur und die unzureichende Instandhaltung erhöht die Anzahl der Baustellen in Zukunft wahrscheinlich weiter. Das Verkehrsaufkommen kann nicht mehr angemessen bewältigt werden und noch mehr Staus sind die Folge.
Verschärfend wirkt in Baustellen, dass fehlende Informationen und Fahrfehler bzgl. Abstand oder Bremsen die begrenzten Kapazitäten noch weiter reduzieren. Mancher Baustellenstau ist also eigentlich nicht nötig. Aber wie fährt man verkehrsoptimal und woher soll der Fahrer das wissen? Hier setzen wir in unserem Forschungsprojekt an: Die Baustellen werden uns in Zukunft leider weiter begleiten, aber dann sollen Fahrzeug und Fahrer doch zumindest bestmöglich durch die Baustelle gelotst werden.
Fahrzeug und Fahrer ideal durch die Baustelle lotsenZiel des Volkswagen Baustellen-Lotsen ist ein optimiertes Fahrverhalten vor, in und nach Baustellen. Simulationen haben bereits im Vorgängerprojekt
invent nachgewiesen, dass ein situativ angepasstes verkehrsoptimales Fahrverhalten Staus reduziert und den Verkehrsfluss stabilisiert. Reisezeiten sowie Kraftstoffverbrauch und Emissionen können reduziert werden. Gleichzeitig werden unfallträchtige Situationen entschärft.
Technologische Basis für den Baustellen-Lotsen ist neben modernen Kommunikationseinrichtungen ein komfortables automatisches Abstandsregelsystem (ADR). In vielen Fahrzeugen sind ADR-Systeme bereits auf der Straße und die Einführung im Volumensegment steht vor der Tür. Heutige Systeme schauen aber nur auf das nächste Fahrzeug und nicht auf das gesamte Verkehrsgeschehen. Von der Baustelle in drei Kilometern ist z.B. nicht viel bekannt. Andere Fahrzeuge, die gerade die Baustelle durchfahren oder entgegen kommen, wissen hingegen genau Bescheid: Anzahl der Spuren, Fahrbahnverschwenkungen, erlaubte Höchstgeschwindigkeit, Verkehrsdichte etc. Im Forschungsprojekt werden diese Verkehrsdaten nun mit Hilfe der Fahrzeug-Fahrzeug-Kommunikation (Car-to-Car-Communication) sowie mit Hilfe intelligenter Infrastruktureinrichtungen (Road Side Unit) ausgewertet und in das Fahrzeug übertragen. Das Fahrzeug weiß, was auf den Fahrer zukommt und präsentiert ihm im Display den sog. „verkehrlichen Horizont“.