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Mobilität und Nachhaltigkeit.

Mobilität und Nachhaltigkeit.

Hannover (Deutschland).

Hannover (Deutschland).

Die 1995 gegründete Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge beschäftigt rund 13.000 Mitarbeiter an den Hauptstandorten Hannover, Poznan und Resende. Von Hannover aus, dem Leitwerk der Marke, wird das weltweite Nutzfahrzeuggeschäft des Volkswagen Konzerns gesteuert und neue, wachstumsorientierte Märkte für diese Fahrzeugsegmente erschlossen. Im polnischen Poznań werden der Caddy und die offenen Ausbauten des Transporters gebaut. Im brasilianischen Resende baut Volkswagen Nutzfahrzeuge mit acht Zulieferern im Produktionsmodell des „Consorcio Modular“ schwere Trucks und Omnibusse für die „Emerging Markets“ der Welt. Jährlich laufen am Standort Hannover etwa 150.000 Fahrzeuge der Baureihe T5 (Transporter, Caravelle, Multivan und California) in mehreren hundert Modellvarianten vom Band. Seit 1956 verließen rund neun Millionen VW-Transporter die Bänder in Hannover. Außer den für die eigene Produktion notwendigen Bauteilen werden auch Leichtmetallgusskomponenten, Kühler für Öl, Dieselkraftstoff und Wasser sowie Pressteile für andere Konzernstandorte weltweit hergestellt. Neben der Produktion verfügt das Werk, in dem rund 13.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, über eigene Servicebetriebe wie den Werkzeugbau, die Kundendienstwerkstatt und die Fabrikinstandhaltung. Den betrieblichen Umweltschutz steuert und koordiniert die Abteilung Umweltschutz, deren Leiter der Umweltschutzbeauftragte und Umweltmanagementvertreter des Werkes ist.

Umweltmanagementsystem
Im Jahr 2000 wurde ein nach EG-Öko-Audit-Verordnung (EMAS) zertifiziertes Umweltmanagementsystem zur langfristigen und systematischen Gestaltung des Umweltschutzes eingeführt. Im Jahr 2005 erfolgte zusätzlich die Zertifizierung nach der weltweit gültigen Norm ISO 14001. Das Umweltmanagementsystem wird jährlich durch unabhängige Gutachter überprüft. Durch die Zertifizierung nach EMAS bzw. ISO 14001 verpflichtet sich Volkswagen Nutzfahrzeuge freiwillig, den betrieblichen Umweltschutz kontinuierlich zu verbessern. Über die Einhaltung umweltrechtlicher Vorschriften hinaus zielt der Aufbau des Umweltmanagementsystems darauf ab, die betrieblichen Abläufe systematisch zu erfassen, regelmäßig und objektiv zu bewerten und zu verbessern. Zur Vorbereitung aller Mitarbeiter auf die regelmäßig durchzuführenden Audits werden zahlreiche Instrumente zur Mitarbeiterinformation, -motivation und -qualifizierung eingesetzt. Mit den qualifizierten„Sachkundigen für Umweltschutz“, die in allen Bereichen am Standort tätig sind (insgesamt ca. 80 Mitarbeiter), existiert ein Netzwerk von Multiplikatoren, welches sich durch einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch untereinander und durch intensiven Kontakt zur zentralen Umweltschutzabteilung auszeichnet.

Nachbarschaftsdialog
Aufgrund der historisch gewachsenen räumlichen Nähe des VWN Standortes Hannover zu den umliegenden Wohngebieten lassen sich Einflüsse durch die Fertigungsprozesse auf die Nachbarschaft, zum Beispiel Gerüche und Lärm, nicht völlig ausschließen, aber vermindern. Um Anliegen der Anwohner und Interessen des Unternehmens zusammenzuführen, wurde 1998 der zweimal jährlich stattfindende, so genannte „Nachbarschaftsdialog“ ins Leben gerufen. Soweit dies möglich und wirtschaftlich sowie ökologisch sinnvoll ist, fließen Vorschläge der Nachbarn in umwelttechnische und bauliche Veränderungen am Standort ein. Die Veranstaltung hat auf beiden Seiten zu einem positiven und verständnisvollen Klima geführt und ist auch für Vertreter von Behörden, Vereinen und Stadtteilinitiativen offen. Neben der Förderung von Transparenz und Vertrauen beschleunigt die frühzeitige Erörterung geplanter Veränderungen am Standort im konstruktiven Gespräch mit der Nachbarschaft beispielsweise auch die Durchführung von Genehmigungsverfahren. Zur Vorbereitung des Dialogs finden regelmäßig Treffen gewählter Vertreter der einzelnen Interessengemeinschaften mit Vertretern von VWN statt.

Kommunikation, Information, Motivation
Insbesondere Aktivitäten zur Steigerung der Ressourceneffizienz tragen sowohl zur Senkung der Kosten als auch zur Reduktion der Umweltauswirkungen des Standortes bei. Für die erfolgreiche Realisierung solcher „Win-Win-Lösungen“ sind gut informierte und motivierte Mitarbeiter sowie funktionierende Kommunikationsnetzwerke erforderlich.
Als zentrale Multiplikatoren haben bei Volkswagen Nutzfahrzeuge die Sachkundigen für Umweltschutz (SfU) eine entscheidende Funktion. Aus diesem Grund werden zahlreiche Aktivitäten zur Schulung, Information und Weiterbildung der SfU durchgeführt. Regelmäßig werden ein Erfahrungsaustausch sowie Informationsveranstaltungen zu Schwerpunktthemen organisiert und Informationen in Form eines Newsletters zur Verfügung gestellt. Als zentrale Informationsplattform dient ein Intranetauftritt, der auch ein Archiv mit sämtlichen zur Verfügung gestellten Informations- und Schulungsmaterialien, Broschüren etc. enthält.
Neben den institutionalisierten, regelmäßig stattfindenden Aktivitäten, die sich speziell an die Multiplikatoren SfU richten, werden auch längerfristige Kampagnen für eine breitere Zielgruppe zu bestimmten Schwerpunktthemen durchgeführt. Ziel ist es, durch Bewusstseinsstärkung und Beteiligung möglichst vieler Mitarbeiter zu einem umweltgerechten und ressourcenschonenden Verhalten zu motivieren.
Besonders erwähnenswerte Beispiele aus der Vergangenheit sind verschiedene Kampagnen zu den Themen Wasser- und Energieeinsparung in der Produktion. Schon nach der ersten Wasserkampagne im Jahr 2002 ging der Verbrauch um 15 Prozent zurück. Erreicht wurde das durch so genannte „Wasserwochen“ in besonders wasserintensiven Bereichen wie der Lackiererei. Dabei wurde gezielt nach Verbesserungspotenzialen (z.B. bei den Kühlwasseranlagen) gesucht. Ein wichtiger Aspekt der Kampagne war die Sensibilisierung der Mitarbeiter durch einen begleitenden Intranetauftritt, durch den Bau eines Wasserkreislaufmodells, durch Reise-Spiele zum Thema Wasser für die Kinder der Mitarbeiter und einen Bildschirmschoner mit Wasserspartipps.
Eine Kampagne zum Thema Energiesparen im Büro zielte darauf, die Mitarbeiter mit Hilfe verschiedenster Medien verstärkt auch für den Energieverbrauch am Büroarbeitsplatz zu sensibilisieren.

Umweltzentrum
Im werkseigenen Umweltzentrum finden seit 1998 jährlich etwa 200 Workshops, Foren, Informationsveranstaltungen und Schulungen zum produktionsbezogenen Umweltschutz am Standort sowie damit zusammenhängende Themen statt. Im Umweltzentrum sind auch ein betriebliches Wasserlabor, eine Heizenergieverteilerstation sowie die zentrale Gebäudeleittechnik untergebracht, was der Anschauung für den praktischen Umweltschutz zugute kommt.

Produktionsintegrierter Umweltschutz
Am Standort Hannover werden regelmäßig Projekte zum produktionsintegrierten Umweltschutz (PIUS) durchgeführt. Das Ziel von PIUS ist es, zur Lösung von umweltbezogenen Problemen nicht auf „End-of-the-Pipe“-Technik wie z.B. Filter zu setzen, um die Umweltauswirkungen eines Produktionsprozesses nachsorgend zu mindern, sondern bereits die Entstehung schädlicher Umweltauswirkungen durch die Optimierung des Produktionsverfahrens zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Die Gießerei am Standort Hannover wurde mit dem Umweltpreis der World Foundrymen Organisation (WFO), dem weltweiten Dachverband der Gießereiindustrie, für ein Projekt zum produktionsintegrierten Umweltschutz ausgezeichnet. Zu den Aktivitäten zählten u.a. die Emissionsminderung durch modernste Erfassungstechniken für Abluft und die Entwicklung geruchsarmer Bindersysteme, die das Entstehen von Gerüchen im Produktionsprozess reduzieren. Dazu wurde ein neues Verfahren auf Basis des anorganischen Bindemittels Magnesiumsulfat entwickelt, das bei Kernherstellung und Gießprozess nur geringe Emissionen verursacht. Zudem entstehen weder Rauch noch messbare Gerüche. Die Bindersysteme werden mittlerweile in der Serienfertigung eingesetzt. Weitere erfolgreiche PIUS-Projekte wurden im gesamten Bereich des Fahrzeugbaus sowie in der Wärmetauscherfertigung umgesetzt.

Umweltschutz in der Ausbildung
Zusammen mit der Volkswagen Coaching GmbH, Niederlassung Hannover integrierte VW Nutzfahrzeuge das Thema Umweltschutz fest in die Schulung seiner Auszubildenden. Seit dem Beginn im Jahr 2000 haben 1.800 Jugendliche im Rahmen ihrer Berufsausbildung umfangreiche Grundkenntnisse im Umweltschutz erhalten. Ihre spätere Übernahme in ein Beschäftigungsverhältnis hat dazu geführt, dass heute bereits zehn Prozent der Angestellten und Facharbeiter bei Volkswagen Nutzfahrzeuge ein fundiertes Wissen im Bereich Umweltschutz besitzen. Zwei Arten von Maßnahmen führt der Arbeitskreis „Umweltschutz“ der Volkswagen Coaching GmbH in Zusammenarbeit mit VW Nutzfahrzeuge durch. Zum einen gibt es Maßnahmen, die fest im Ausbildungsplan enthalten sind. Dazu gehören regelmäßig stattfindende Arbeits- und Sicherheitsunterweisungen im Umweltschutzbereich oder die Besuche von umweltrelevanten Fertigungsstationen im Werk. Zum anderen gibt es die vom Ausbildungskreis Umweltschutz koordinierte Projektarbeit. Sie reicht von der Erstellung eines Abfallleitfadens bis hin zu praktischen Projekten wie dem Bau zweier Solaranlagen, an denen Auszubildende mit verschiedensten Berufsbildern beteiligt sind. Aktivitäten der Auszubildenden wurden bereits mehrfach mit dem internen Umweltpreis von Volkswagen ausgezeichnet. Das Gesamtkonzept der VW Coaching GmbH Hannover zur Integration des Umweltschutzes in die Berufsausbildung ist ferner von der Deutschen UNESCO-Kommission offiziell in den Kreis der deutschen Projekte der UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ aufgenommen worden. Ziel der auf dem Weltgipfel im Jahr 2002 in Johannesburg von der Vollversammlung der Vereinten Nationen für die Jahre 2005 bis 2014 beschlossenen Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist es, durch Bildungsmaßnahmen zur Umsetzung der Agenda 21 beizutragen und die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung in den nationalen Bildungssystemen zu verankern.




Kontakt

Volkswagen AG Nutzfahrzeuge,
Werk Hannover
Rolf Ohliger,
Umweltschutzbeauftragter
Brieffach 2399
30405 Hannover
Deutschland
Telefon: +49-511-798-4247
E-mail: rolf.ohliger@volkswagen.de