Das Volkswagenwerk Emden setzt auf regenerative Energien „Blue Factory“ – so heißt das ambitionierte Ziel des Volkswagenwerks Emden. Mit zahlreichen Projekten zu den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit will sich der Standort den Status ‚CO2-neutrale Produktion’ erarbeiten. Bereits seit Jahren sind die Beschäftigten des Emder Werks äußerst engagiert. Egal, ob es sich um den Ausbau von Solarenergie, neue Windkraftanlagen oder den Bezug von Fernwärme aus Biomasse geht: Vor allem bei der Erzeugung regenerativer Energien geht das Werk zügig voran.
Das jüngste Vorhaben startete Ende 2009. Auf 400.000 bisher ungenutzten Quadratmetern des Werksgeländes wurde ein so genannter Energiewald angepflanzt. Bestehend aus schnell wachsenden Hölzern, wie Pappeln und Weiden, soll der Wald alle drei bis fünf Jahre abgeerntet werden. Aus der Biomasse wird in Zukunft umweltfreundlich Wärme erzeugt. Pro Jahr und Hektar ersetzen die Bäume etwa 5.000 Liter Heizöl. Das spart bis zu 18 Tonnen des Klimagases Kohlendioxid (CO2), denn die regenerative Energiegewinnung ist fast CO2-neutral und somit ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. „Wir kommen mit diesem Umweltprojekt unserem Ziel, der Blue Factory am Meer, einen großen Schritt näher“, so Dr. Detlev Hoge, Leiter der Produktionsplanung. „Wir leisten hiermit einen erheblichen Beitrag, Energie effizienter zu nutzen.“ Die Anpflanzung des Energiewaldes erfolgte in Zusammenarbeit mit der Firma WALD21.
Belegschaftsgenossenschaft für regenerative Energien Neben dem Energiewald fördert das Werk auch den Ausbau von Solarenergie. Seit 2007 befindet sich eine der größten Fotovoltaikanlagen Niedersachsens auf dem Dach der Halle 10. Der Investor und Betreiber KP-Solar hat dort 2.300 Solarmodule mit einer Gesamtfläche von 3.000 Quadratmetern installiert. Pro Jahr werden auf diese Weise 350 Megawattstunden erzeugt. Das entspricht in etwa dem jährlichen Stromverbrauch von 100 Vier-Personen-Haushalten und spart über 187 Tonnen CO2 ein. Durch dieses Projekt angestoßen, finanzierte die „Volkswagen Belegschaftsgenossenschaft für regenerative Energien am Standort Emden“ mit Hilfe der Werksangehörigen eine weitere Solaranlage auf dem Dach der Halle 1B. Mit einer Energieerzeugung von 243 Megawattstunden spart diese Investition jährlich noch einmal 124 Tonnen CO2.
Förderung der Windenergie Auch die Förderung von Windenergie ist ein wichtiger Beitrag des Standorts Emden zur Nachhaltigkeit. Seit 1994 steht den Stadtwerken Emden ein Teil des Werksgeländes für Windkraftanlagen zur Verfügung. Zurzeit wird hier ein so genanntes Repowering durchgeführt: Alte und deutlich kleinere Anlagen werden durch modernste, wesentlich größere Windräder ersetzt. Ein aktuelles Beispiel ist die Einweihung der leistungsstärksten Windkraftanlage der Welt auf dem Emder Werksgelände. Der Emder Oberbürgermeister, Alwin Brinkmann, und Hubert Waltl, Mitglied des Markenvorstands Volkswagen Pkw für den Geschäftsbereich „Produktion und Logistik“, gaben gemeinsam mit dem Emder Werkleiter Jens Herrmann am 17.03.2010 den Startschuss für den Anlauf der Windkraftanlage E-126. Mit einer Nennleistung von 6 MW und einer Jahresproduktion von 20 Millionen Kilowattstunden deckt die Anlage den Energiebedarf von rund 5.000 privaten Haushalten. Sie ist damit eine von nunmehr elf Windkraftanlagen, die am Standort Emden betrieben werden. Geplant ist, den Anteil der Windenergie in Zukunft weiter zu steigern. Dazu sollen neue Anlagen installiert und auch vorhandene durch leistungsstärkere Anlagen ersetzt werden.
Doch nicht nur in der Erzeugung, auch in der Nutzung regenerativer Energien zeigt sich der Standort fortschrittlich. Seit Anfang 2008 wird der Standort mit Fernwärme eines Biomassekraftwerks versorgt. Das Kraftwerk erzeugt Strom durch CO2-neutrale Verbrennung von Altholz. Mit der dabei entstehende Wärme werden Gebäude und Fertigungshallen beheizt und einige Produktionsbereiche mit Prozesswärme beliefert. Infolge dessen halbierte sich der Erdgasverbrauch und damit die direkten CO2-Emissionen des Werks.
Institut für barrierefreies Arbeiten Abgesehen von der Förderung erneuerbarer Energien legt Volkswagen in Emden auch bei Mitarbeitern und Produktion großen Wert auf Nachhaltigkeit. So wurde beispielsweise die Halle 10 für die Fahrzeugveredelung umgerüstet, so dass dort 200 bis 300 in ihrer Leistung eingeschränkte Mitarbeiter eine sinnvolle und wertschöpfende Tätigkeit ausüben können. Der größte Teil der Halle steht dem Sonderfahrzeugbau zur Verfügung. Hier werden Taxen, Polizei- und Behördenfahrzeuge endmontiert sowie Rückrüstaktionen durchgeführt. Außerdem finden in dieser Halle Qualitätskontrollen an Fahrzeugen, die mit dem Schiff nach Deutschland gebracht wurden, statt, um z.B. Transportschäden zu entdecken und zu beseitigen. Weiterhin ist eine Reihe von besonderen Projekten geplant, u.a. in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Emden. Innovative arbeitswissenschaftliche Methoden sollen untersucht werden, um diese bei Erfolg auf das Hauptmontagewerk übertragen zu können. Die Halle 10 wird deshalb auch „Institut für barrierefreies Arbeiten“ genannt, weil hier besonders die Bedürfnisse der leistungsgewandelten Mitarbeiter berücksichtigt werden.
MItarbeiter als Sachkundige In den Abteilungen Presswerk und Lackiererei, in der Werkservice (AutoVision) und bei VW Coaching haben sich Mitarbeiter zu Sachkundigen weitergebildet. Die genannten Bereiche sind nun als Fachbetriebe (§ 19 l WHG) anerkannt und können fachbetriebspflichtige Tätigkeiten, z.B. Reinigen und Instandsetzen von Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, in Eigenregie durchführen. Aber auch technische Neuerungen für mehr Umweltschutz lassen sich im Emder Werk finden: Beim Passat konnte die Menge des aufzutragenden Unterbodenschutzes erheblich reduziert werden. Um auch die verbleibenden Umfänge möglichst ressourcenschonend und umweltfreundlich auftragen zu können, wurde in ein modernes Verfahren investiert. Der Unterbodenschutz wird nun nicht mehr aufgesprüht, was zwangsläufig den so genannten Overspray verursacht, sondern direkt auf die notwendigen Stellen appliziert. Beim sogenannten Flatstream-Verfahren wird vom Roboter ohne Zerstäubung eine „Raupe“ aufgelegt. Deutlich weniger Materialverbrauch und ein fast abfallfreies Verfahren sind die Folge.
Das Werk in Ostfriesland ist der größte industrielle Arbeitgeber der Region. Rund 8.900 Mitarbeiter (inklusive der Tochtergesellschaften, wie VW Coaching und AutoVision) sind hier beschäftigt. Sie fertigen die Modelle Passat, Passat CC und Passat Variant. Besonderheit und großer Vorteil des Standorts ist seine unmittelbare Nähe zum Emder Hafen. Von dort werden jährlich rund eine Millionen Fahrzeuge in die ganze Welt verschifft.
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| KontaktVolkswagen AG Ralf Steffen Umweltschutzbeauftragter Brieffach 5596 26703 Emden Deutschland Telefon: +49-4921-86-8133 E-mail: ralf.steffen@volkswagen.de |