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Mobilität und Nachhaltigkeit.

Mobilität und Nachhaltigkeit.

Tragende Rolle.

Tragende Rolle.

Mit der richtigen Bereifung sicher fahren.
„Gib Gummi“ heißt es gerne, wenn jemand aufgefordert wird, er solle doch mal richtig Gas geben, also sein Auto kräftig beschleunigen. Doch genau da liegt das Problem: Wer die PS auf die Strasse bringen will, muss nichts geben, sondern nehmen. Die richtigen Reifen nämlich. Aber welche sind die richtigen? Die optimalen Pneus zu finden ist gar nicht so einfach. Die Reifen sollen nicht nur für gute Eigenschaften bei der Geradeausfahrt sorgen, sondern auch eine sichere Kurvenfahrt und einen kurzen Bremsweg garantieren. Vor allem, wenn es nass draußen ist. Doch mehr Haftung erhöht den Rollwiderstand. Das wiederum sorgt für mehr Kraftstoffverbrauch und lässt den Verschleiß steigen. Meist ist auch noch das Abrollgeräusch lauter. Dieses Dilemma, dass sich nämlich positive Eigenschaften immer nur in Verbindung mit Nachteilen erreichen lassen, nennen die Reifeningenieure „Zielkonflikt“. Auch der „beste“ Reifen ist also immer nur ein Kompromiss.

Wünscht sich ein Fahrer eher ein komfortables Fahrverhalten, bei dem Unebenheiten der Strasse gut ausgeglichen werden und das Geräuschniveau niedrig ist, gibt es Probleme mit dem Handling. Der Reifen braucht eine flexible Gummimischung, ein Profil mit vielen kleinen Klötzen und eine rundere Reifenkontur. Das ist aber nichts für sportlich ambitionierte Autofahrer. Soll der Wagen mit optimaler Griffigkeit wie auf Schienen um die Kurven bewegt werden, bleiben vor allem Komfort und Bremsverhalten auf der Strecke. Und ein Reifen, der bei Aquaplaning glänzen soll, braucht ein drainagefähiges Profil mit vielen tiefen Ablaufrillen und offenen Reifenschultern. Das sorgt jedoch für ein indifferentes Fahrverhalten, was auch gern als „schwammig“ bezeichnet wird.

Längst zu einem High-Tech-Produkt avanciert, investiert die Reifenindustrie mittlerweile viel Geld in die Entwicklung von Innovationen bezüglich Material und Profil. Sie sollen nicht nur helfen, unangenehme Pannen zu vermeiden, sondern auch die Umwelt zu schonen. Der Autofahrer bekommt von alldem gar nichts mit. Er muss sich nur entscheiden, welche Reifen er kauft und sich dann um deren Pflege kümmern.

Welche Größe – welche Breite?

Im Kfz-Schein ist angegeben, mit welcher Reifengröße ein Fahrzeug ausgerüstet werden darf. Hier ist Vorsicht geboten! Werden Reifen mit abweichender Größe aufgezogen, erlischt mit sofortiger Wirkung die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs. Wenn es aber unbedingt eine andere Größe sein soll, dann bedarf es einer Unbedenklichkeitserklärung oder eines Mustergutachtens des Herstellers. Stimmt dieser zu, muss die neue Größe in den Zulassungspapieren nachgetragen werden.

Weiter stellt sich dem Reifenkäufer die Frage nach der Reifenbreite. Soll das sportliche Moment am Auto betont werden, wird man einen breiteren Pneu vorziehen. Weiterer Vorteil: Der Bremsweg wird aufgrund der größeren Bodenhaftung – wenn auch nur geringfügig – kürzer. Und Breitreifen sorgen für ein besseres und sichereres Kurvenverhalten des Fahrzeugs. Bisher gilt für breitere Reifen aber auch ein erhöhtes Aquaplaning-Risiko. Durch Verbesserungen in der Profilgestaltung ist dies zwar etwas geringer geworden, aber bei Tests immer noch auffallend höher gegenüber schmaler Bereifung. Dafür sind breite Reifen mittlerweile wintertauglich geworden.

Ökonomisch und ökologisch gesehen wirken sich Breitreifen hingegen nachteilig aus: Zum einen sind Breitreifen schwerer als herkömmliche Pneus, und zum anderen erhöht sich der Rollwiderstand. Beides hat einen höheren Kraftstoffverbrauch zur Folge. Hinzu kommt, dass das Abrollgeräusch mit der Reifenbreite wächst. Beim Kauf eines Breitreifens ist also Kompromissfähigkeit gefragt.

Neu ist nicht gleich neu

Beim Alter der Reifen hingegen sollte man keine Kompromisse eingehen und sich unbedingt nach dem Alter der Pneus erkundigen. Denn Neureifen dürfen auch dann noch als solche verkauft werden, wenn sie bereits fünf Jahre gelagert wurden. Und da Reifen allerspätestens zehn Jahre nach Herstellung ausgetauscht werden müssen, halbiert sich im schlimmsten Fall die Nutzungsdauer bereits vor dem ersten Gebrauch. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann das Herstellungsdatum auch anhand der so genannten DOT-Nummer ablesen. Diese befindet sich auf der Reifenflanke. Die ersten beiden Ziffern geben die Kalenderwoche und die letzten beiden das Herstellungsjahr an. Ein Reifen mit der DOT-Nummer 0505 wurde also in der 5. Kalenderwoche des Jahres 2005 produziert.

Richtiger Luftdruck ist entscheidend
Sind die Reifen erst einmal gekauft und montiert, werden sie oft stiefmütterlich behandelt. Der richtige Luftdruck ist jedoch mitentscheidend für sicheres und wirtschaftliches Fahren. Aufgrund natürlicher Diffusion verliert der Reifen stets etwas Luft, so dass der Druck mit der Zeit sinkt. Füllt man zu viel Luft in die Pneus, entsteht ein Überdruck. Es ergeben sich folgende Probleme:

  • Zu wenig Druck führt dazu, dass sich der Reifen „plättet“ und mehr Reifenfläche über den Asphalt rollt. Folge ist ein erhöhter Rollwiderstand und somit ein erhöhter Kraftstoffverbrauch. Schon bei 0,4 bar weniger Druck als vom Hersteller angegeben, steigt der Kraftstoffverbrauch um bis zu drei Prozent.
  • Bei 0,3 bar zu wenig Druck erhitzt sich das Gummi bereits nach 20 Minuten Fahrt auf ca. 120°C. Nicht sichtbare Schäden sind die Folge, die – in der Summe – zum Platzen des Reifens führen können.
  • Zwar wird empfohlen, etwa 0,2 bar mehr Druck als vom Hersteller angegeben in die Reifen zu pressen, um den Rollwiderstand und somit den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. Noch mehr Druck mindert jedoch die Bodenhaftung und verlängert den Bremsweg in brenzligen Situationen.
  • Außerdem schädigt zu viel Luft in den Reifen das Fahrwerk, weil sie die Federwirkung des Reifens negativ beeinflusst. Folge: Stoßdämpfer und Reifen nutzen schneller ab.
Um Probleme zu vermeiden und die Umwelt sowie den Geldbeutel zu schonen, gehört die Prüfung des Luftdrucks zu den regelmäßig auszuführenden Wartungsarbeiten. Folgende Tipps können helfen:

  • Den Luftdruck mindestens alle 14 Tage und vor längeren Fahrten überprüfen.
  • Immer am kalten Reifen prüfen. Ein warmgefahrener Reifen enthält einen bis zu 0,5 bar höheren Luftdruck.
  • Daher auch aus warmen Reifen niemals Luft ablassen. Die Folge ist meist ein zu geringerer Luftdruck, da von einem zu hohen Ausgangswert ausgegangen wird.
  • Füllen Sie den Reifen mit 0,2 bar mehr als vom Hersteller empfohlen. So verringert sich der Rollwiderstand und damit auch der Kraftstoffverbrauch.
  • Vom Befüllen mit Schwefelhexafluorid (SF6), das von einigen Tankstellen angeboten wird, ist abzuraten. Es kann das Gummi schädigen, und es entweicht schneller aus dem Reifen als Luft. Außerdem ist Schwefelhexafluorid das stärkste bekannte Treibhausgas. Sein Treibhauspotenzial ist etwa 23.900 mal größer als das von Kohlenstoffdioxid (CO2).
Wichtig: Den Reservereifen nicht vergessen
  • Nach der Luftdruck-Prüfung immer die Ventilkappen wieder fest aufschrauben, denn sie verhindern Undichtigkeiten durch eindringenden Staub und Schmutz. Am besten sind Ventilkappen mit Dichtring.
Außerdem zu beachten:

  • Entfernen Sie Fremdkörper, wie z.B. kleine Steine, aus dem Profil.
  • Reifen niemals mit Lösungsmitteln reinigen, stattdessen mit neutraler Seife
  • Seitenwände regelmäßig auf Beschädigungen kontrollieren
  • Das Fahrzeug nicht zu lange auf einer Stelle stehen lassen
  • Beim Parken auf einem Bordstein darauf achten, dass der Reifen vollständig auf dem Untergrund aufliegt