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Mobilität und Nachhaltigkeit.

Mobilität und Nachhaltigkeit.

Flüssiges Gold.

Flüssiges Gold.

Modernes Motoröl ist ein High-Tech-Produkt.
Bei Motoröl denken viele an einen goldgelb glänzenden Film auf metallisch schimmernder Oberfläche. Dieser Ölfilm sorgt dafür, dass die Bauteile eines Motors immer gut geschmiert werden und nicht durch Reibung sofort verschleißen. Der kostbare Schmierstoff übernimmt jedoch noch weitere Funktionen, nämlich kühlen, schützen, dichten, reinigen und Kräfte übertragen. Daher ist das Motoröl, neben Treibstoff und Wasser, der wichtigste Betriebsstoff eines Autos.

Motoröl ist aber auch ein sehr umweltrelevanter Stoff. Es besteht aus einem Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen und ist sowohl als Stoff selbst als auch seine Rückstände nach Verbrennung gesundheitsschädlich für Mensch, Tier und Pflanze. Nach einem Motorölwechsel muss deshalb das Altöl als Sondermüll sachgerecht entsorgt bzw. einem Recyclingprozess zugeführt werden. Es lässt sich bei bestimmten Voraussetzungen problemlos zur Herstellung neuer Öle verwenden und entlastet somit die Umwelt und die knappen Ressourcen.

Die Umwelt lässt sich aber auch durch die Verwendung eines Leichtlauföls schonen, mit dem der Treibstoffverbrauch vermindert werden kann. Leichtlauföle sind besonders dünnflüssig, kommen besser und schneller an die zu schmierenden Teile und senken so die Reibung im Motor deutlich. Das macht sich besonders im Winter sowie im Kurzstreckenverkehr mit häufigen Kaltstarts bemerkbar. Dadurch ist ein Spritsparpotenzial von bis zu acht Prozent möglich.

Raffiniertes Verfahren

Motoröl wird in einem technisch komplexen Verfahren aus Rohöl hergestellt. Beim Spaltungsprozess werden die unerwünschten Nebenprodukte entfernt, übrig bleibt das raffinierte Öl. Je nach dem, ob es sich um konventionelles oder synthetisches Motoröl handelt, kommen Destillieren und Raffinieren (konventionelles Öl) bzw. verschiedene Syntheseprozesse (synthetisches Öl) zum Einsatz.

Synthetische Öle basieren zwar ebenfalls auf Erdölraffinaten, besitzen aber eine ganz spezielle Molekülstruktur, die so beim Rohöl nicht vorkommt. Dazu werden synthetisch hergestellte Kohlenwasserstoffe und Salze zugesetzt. Die Eigenschaften der synthetischen Basisflüssigkeiten machen synthetisches Motoröl scherstabiler als Öl vergleichbarer Viskosität ohne synthetische Anteile. Es behält seine Viskosität bei hoher Öltemperatur deshalb länger und stabiler bei. Das schützt Motor und Getriebe besonders bei hohen Öltemperaturen besser vor Verschleiß.

Egal ob es sich um synthetisches oder nichtsynthetisches Motoröl handelt, es wird immer mit verschiedenen Zusatzstoffen, so genannten Additiven, versetzt. Das sind öllösliche Zusätze bzw. Wirkstoffe, die durch chemische und/oder physikalische Wirkung die Eigenschaften des Schmierstoffs verändern oder verbessern. Dazu zählen beispielsweise Reinigungsmittel, die Ablagerungen und die Bildung von Ölschlamm verhindern, oder Additive, die ein Aufschäumen des Öls unterbinden und so einen Öldruckverlust im Motor vermeiden.

Wechselintervalle werden immer länger

In früheren Jahren wurden meist so genannte Einbereichsöle verwendet. Separat getrennt nach Jahreszeit, jeweils eins für Sommer und Winter. Um ein Mehrbereichsöl zu erhalten, hat man diesen Ölen Polymere zugesetzt, die jedoch schnell instabil wurden, womit sich in kurzer Zeit wieder nur Einbereichsöl im Motor befand. Moderne Motoröle behalten die Eigenschaften eines Mehrbereichsöls über die angegebenen Intervallbereiche, sofern es regelmäßig gewechselt wird.

Motoröl unterliegt aber, trotz bedeutender Entwicklungssprünge, immer noch einem gewissen Verschleiß und muss weiterhin nach einem bestimmten Zeitraum gewechselt werden. Die Dauer ist unter anderem von der Ölsorte, aber auch von der jeweiligen Fahrweise abhängig. Wegen der meist gleichmäßigeren Betriebsbedingungen bei Pkw gibt es keine unterschiedlichen Wartungsgruppen wie bei Nutzfahrzeugen, sondern eine Angabe nach maximaler Kilometerleistung bzw. maximaler Zeitdauer. Die Intervalle sind in der Betriebsanleitung nachzulesen. Je nach Motortyp können die Wechselintervalle heute bei Pkw bereits bis zu 50.000 Kilometer betragen. Allerdings handelt es sich hierbei eher um einen theoretischen Maximalwert, der unter vollkommen idealen Betriebsbedingungen erreichbar wäre. In der Praxis liegen die realen Kilometerleistungen durch ungünstige Betriebsbedingungen wie z.B. häufige Volllastfahrten, überwiegend Kurzstreckenbetrieb oder extreme klimatische Bedingungen, die vom fahrzeuginternen Wartungsrechner erfasst werden, meist deutlich niedriger.

Bei der Entwicklung eines Motoröls werden zur Ermittlung der Wechselintervalle in umfangreichen Laboruntersuchungen Aspekte wie die Veränderung der Viskosität, Verschmutzung, Versauerung und Alterung des Öls sowie der Abbau der Additive analysiert. Verlängerte Ölwechselintervalle (WIV) (Extended Service Intervals (ESI)) für Pkw lassen sich nur mit Hochleistungsmotorölen erzielen, die vom jeweiligen Fahrzeughersteller vorgeschrieben sind.