Autowaschen mit Schwamm und Bürste hat als verbreitete Freizeitbeschäftigung heute ausgedient.
Für eine private Wagenwäsche von Hand werden zwischen 100 und 200 Liter Wasser benötigt. So sauber das Fahrzeug dabei werden mag, der Abwassermix aus Reinigungsmitteln, Ölresten und Schmutzwasser belastet unnötig die Umwelt. – Jedenfalls solange er danach ungeklärt in den nächsten Gully geleitet wird. Doch auch bei den verschiedenen Systemen von Autowaschanlagen gibt es aus ökologischer Sicht gravierende Unterschiede. Weit verbreitet sind die so genannten Portal-Waschanlagen und Waschstrassen. Bei den Portalanlagen wird das Auto in einen garagenähnlichen Raum gefahren, und bewegliche Düsen und Bürsten reinigen das Fahrzeug. In einer Waschstrasse wird das Auto durch eine statische Reinigungsanlage geschleppt. Daneben bieten SB-Waschplätze die Möglichkeit, selbst mit dem Dampfstrahler Hand anzulegen.
Waschstraßen sind am umweltfreundlichsten
Unter Umweltaspekten sind Waschstraßen die beste Alternative zur Autoreinigung. Dabei fließt das Waschwasser in eine besondere Kläranlage, um die schädlichen Abwässer zu reduzieren. Zusätzliche Wasserrückgewinnungsanlagen sorgen für einen deutlich verminderten Trinkwasserverbrauch. Erst ab einem bestimmten Verschmutzungsgrad wird das mehrfach aufbereitete Wasser durch Frischwasser ergänzt. Moderne Waschanlagen verbrauchen dank dieses Verfahrens nur noch bis zu 10 Litern pro Auto.
Neue Technik für geschlossenen Wasserkreislauf
Eine neue Wasseraufbereitungstechnik mit Bioreaktor wird zurzeit in einer Volkswagen-eigenen Waschanlage erprobt. Dabei wird das Schmutzwasser, nach einer mechanischen Reinigung mit Schlammbecken, Flusenfilter und Quarzsand, einer biologischen Aufbereitung mit Bakterien zugeführt. Vor der Einspeisung in den Waschwasserkreislauf wird es noch mittels UV-Licht entkeimt. Danach besitzt das Wasser wieder Trinkwasserqualität. In dieser Anlage kann sämtliches Wasser zu 100 Prozent recycelt werden. Frischwasser wird nur bei Verlust durch Verdunstung benötigt.
Unterbodenwäsche nur im Winter
Doch nicht nur die Wahl der richtigen Waschanlage hilft un-nötige Umweltbelastungen zu verhindern. Auch bei der Wahl des Waschprogramms zeigt sich das Umweltbewusstsein. So ist die Unterbodenwäsche nur im Winterhalbjahr sinnvoll, um das Salz abzuwaschen und der Korrosion vorzubeugen. In den schneefreien Monaten sollte darauf verzichtet werden. Außerdem gibt es Unterschiede bei den verwendeten Wachssystemen. Moderne Anlagen verwenden lösungsmittelfreie Hartwachse auf umweltschonender Wasserbasis. Der Versiegelungseffekt entspricht trotzdem konventionellen Waschwachsen und Konservierungsmitteln, die die Umwelt weit stärker belasten. Günstig ist es, nach einem Regenguss in die Waschstrasse zu fahren. Dann sind Schmutzpartikel bereits angelöst, und die Reinigung wird gründlicher.