Worauf es bei der Fahrt durch einen Tunnel ankommt. „Augen zu und durch“ denken sich die meisten Autofahrer, bevor sie in einen Tunnel fahren. Denn vielen ist die Fahrt durch eine der dunklen, oft kilometerlangen Röhren nicht ganz geheuer. Kein Wunder, denn die Liste der schweren Tunnelunfälle mit Dutzenden Toten und Verletzten ist lang.
Oft ist es nur eine winzige Unachtsamkeit, die zur Katastrophe führt. So wie im März 1999, als eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe im Montblanc-Tunnel zwischen Frankreich und Italien einen mit Mehl und Margarine beladenen Lkw in Brand setzt und 41 Menschen das Leben kostet.
Darauf sollten Sie achten Das Motto „Augen zu und durch“ ist daher sicherlich der schlechteste Ratgeber, wenn es darum geht, einen Tunnel zu passieren. Im Gegenteil, wer unbeschadet auf der anderen Seite wieder herauskommen will, sollte einige Dinge ganz besonders im Auge haben.
Grundsätzlich muss auch bei kurzen Tunnelfahrten immer das Abblendlicht eingeschaltet werden. Darüber hinaus gilt: Grundlegende Verkehrsregeln wie das Einhalten von Tempolimits oder des Sicherheitsabstandes zu vorausfahrenden Fahrzeugen müssen im Tunnel noch konsequenter eingehalten werden als auf freier Strecke. Achten Sie deshalb besonders auf Warn- und Hinweisschilder. Außerdem empfiehlt es sich, sich am rechten Fahrbahnrand und nicht am Mittelstreifen zu orientieren.
Im seltenen Fall eines Staus ist besondere Vorsicht geboten. Auch hier sollte ein möglichst großer Abstand zum Vordermann (mindestens 50 Meter) gehalten werden. Kommt der Verkehr zum Stillstand, Motor ab- und Warnblinkanlage einschalten. Falls Sie durch den Verkehrsfunk oder Hinweistafeln nicht ausdrücklich dazu aufgefordert werden, sollten Sie Ihr Fahrzeug nicht verlassen.
Im Fall einer Panne: Tunnelwarte benachrichtigen! Stellen Sie Ihr Fahrzeug bei einer Panne möglichst in einer der dafür vorgesehenen Pannenbuchten, auf dem Standstreifen oder - wenn beides nicht erreichbar ist - so nah wie möglich am rechten Fahrbahnrand ab. Wie unter freiem Himmel gilt auch hier: Motor abstellen, Warnblinker einschalten und die Stelle mit dem Warndreieck sichern. Suchen Sie anschließend die nächste Notrufstation auf und informieren Sie die Tunnelwarte. Benutzen Sie dazu nicht das Handy oder Autotelefon, denn die Leitwarte erkennt durch das Benutzen des Nottelefons automatisch Ihren Standort und kann so sofort entsprechende Sicherheitsmaßnahmen einleiten.
Schnelles Handeln ist auch im Fall eines Feuers gefragt. Gerät Ihr eigenes Fahrzeug in Brand, fahren sie es wenn möglich noch aus dem Tunnel heraus. Ist dafür keine Zeit mehr, fahren Sie rechts ran und versuchen Sie, das Feuer mit einem der Feuerlöscher zu löschen, die meist in den Notrufnischen zu finden sind. Ist auch das nicht mehr möglich, begeben Sie sich sofort zum nächsten Notausgang und betätigen Sie auf dem Weg den Notruf. Tipps für die richtige Fahrt durch einen Tunnel- Rechtzeitig tanken. Für viele Notfälle sind Fahrzeuge verantwortlich, die wegen Spritmangels liegen geblieben sind.
- Ampelsignale, Schilder und Vorschriften beachten. Auf den Tunnel weisen meist frühzeitig Verkehrszeichen hin.
- Licht schon vor der Einfahrt in den Tunnel einschalten, nicht erst unmittelbar am Tunneleingang, damit der Hinterherfahrende die Schlusslichter nicht mit den Bremsleuchten verwechselt.
- Fenster schließen und die Lüftung auf Umluft stellen.
- Sonnenbrille absetzen.
- Radio am Tunneleingang nicht lauter stellen, sonst setzt das Gerät am Tunnelende zu laut ein.
- Tempolimits beachten und ausreichend Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten.
- Überholverbot beachten.
- Auf keinen Fall die doppelte Sperrlinie überfahren.
- Möglichst nicht an der Mittellinie orientieren. Besonders in Tunnels mit nur einer Fahrspur je Richtung die rechte Begrenzung zu Hilfe nehmen.
- Niemals auf eigene Faust gegen die Fahrtrichtung fahren, nur wenn Sicherheitskräfte das anordnen.
- Vorsicht bei Pfützen durch Tropf- und Sickerwasser
- Bei Stau sofort Warnblinkanlage einschalten und mit Abstand stehen bleiben! Fahrzeug ausschalten. Die Hupe nur in echten Notfällen benutzen.
- Bei einer Panne auf jeden Fall versuchen, die nächste Haltebucht zu erreichen. Über das nächste Notruftelefon Hilfe anfordern. Ist keine Nische erreichbar, das Warndreieck mindestens 100 Meter hinter dem Fahrzeug aufstellen.
- Bei Notfällen sollten die Insassen den Wagen nur nach rechts verlassen. Moderne Tunnels haben automatische Überwachungsanlagen und ferngesteuerte Fernsehkameras, so dass im Notfall schnell Hilfe zur Stelle ist. Den Schlüssel stecken lassen und unverzüglich das unverschlossene Fahrzeug verlassen.
- Nur die wichtigsten Papiere mitnehmen, wenn dadurch kein Zeitverlust eintritt.
- Den Tunnel so schnell wie möglich über den nächsten Fluchtausgang verlassen, der entgegen der Rauchbewegung liegt.
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